Baskenland
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Prügelorgie in Bilbao

Brutaler Polizeieinsatz gegen baskische Demonstranten

Die baskische Polizei (Ertzaintza) hat mit großer Brutalität eine Demonstration mehrerer zehntausend Menschen aufgelöst. Unter der Parole »Vorwärts Baskenland« versammelten sich am Sonnabend (14.09.02) über 50000 Demonstranten in Bilbao. Zu dem Marsch hatte eine Plattform aus Künstlern, Schriftstellern, Musikern und weit über 500 Gruppen aufgerufen. Sie wollten gegen die Ausschaltung demokratischer Rechte protestieren. Bereits zu Beginn des Schweigemarschs am späten Nachmittag ging die Polizei am Ende des Zuges auf herbeiströmende Menschen los. Gegen 18 Uhr begann der Angriff auf die Spitze der Demonstration.

Die Polizei ging mit Gummigeschossen, Schlägen und Wasserwerfern gegen die Menschenmasse vor. Dabei wurden Dutzende zum Teil schwer verletzt, darunter auch Journalisten. Auf Hunderte Demonstranten, die sich vor den Geschossen auf den Boden warfen und versuchten Kinder und Alte zu schützen, schlug die Polizei brutal ein.

Trotz der polizeilichen Prügelorgie begannen Tausende einen Sitzstreik und riefen das aus dem spanischen Bürgerkrieg bekannte »No pasarán«, sie werden nicht durchkommen. In den umliegenden Straßen jagte die Ertzaintza Flüchtende. Einen Angriff in dieser Härte hat es im Baskenland seit der Franco-Diktatur nicht mehr gegeben hat.

Ralf Streck
jungeWelt, 16.09.2002

 

 

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