Gabriele Kanze
» zurück

Gabriele Kanze in der Schweiz verhaftet
Keine Auslieferung an den spanischen Folterstaat!

Am 14. März 2002 wurde die deutsche Staatsangehörige Gabriele Kanze bei der Einreise in die Schweiz verhaftet. Der spanische Staat hat Ende April das Auslieferungsgesuch eingereicht. Die Schweiz darf dem nicht stattgeben!
Gabriele Kanze wurde am 14.3.02 bei ihrer Einreise in die Schweiz von der Schweizer Polizei verhaftet. Gegen sie liegt seit 1994 ein internationaler Haftbefehl wegen Unterstützung des ETA-Kommandos Barcelona vor. Der Vorwurf lautet, dass sie eine Wohnung gemietet haben soll, die von Mitgliedern des Kommandos genutzt wurde. Diese Hinweise wurden nach der Verhaftung eines Kommandomitglieds unter Folter erpresst. Nach internationaler Abkommen sind Aussagen, die unter Folter zustande kommen, unrechtmäßig.

Zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung lebte und arbeitete Gabriele in Berlin. Seit 1994 konnte sie die BRD aufgrund des internationalen Haftbefehls nicht verlassen, ohne Gefahr zu laufen, verhaftet zu werden. Deutschland hatte damals, aufgrund der dürftigen Beweislage, darauf verzichtet, Gabriele gerichtlich zu belangen.

Seit ihrer Verhaftung befindet sie sich im Flumser Untersuchungsgefängnis (Kanton St. Gallen). Die spanischen Behörden haben Ende April ein ordentliches Auslieferungsgesuch gestellt und das schweizerische Bundesamt für Justiz hat diesem am 9. August erstinstanzlich stattgegeben. Der Rekurs gegen diesen Entscheid wurde anfang September eingereicht und ist noch hängig.

Zu Gabrieles Situation
Gabriele geht es den Umständen entsprechend gut. Es wurde keine Isolationshaft verhängt, doch ist sie faktisch allein: sie ist als einzige Frau in einem für ca. 30 Gefangene konzipiertem Neubau inhaftiert, in dem noch fünf Männer sitzen. Sie könnte die Verlegung in ein anderes Gefängnis beantragen, lehnt dies jedoch ab, da sie eine allgemeine Verschlechterung ihrer Bedin-gungen befürchtet. Ihre Post wird zensiert, ihre Briefe an Benjamí sind bisher noch nicht angekommen. Es ist unklar, woran diese Verzögerung liegt, ob bei den schweizer Behörden oder bei der spanischen Polizei und dem Geheimdienst. Gabriele darf Besuch von Angehörigen, Anwälten und Freunden empfangen. Sie freut sich über Post und Solidarität, insbesondere auch über Bücher. Schreibt ihr! Ihre Adresse ist:

Gabriele Kanze
c/o Untersuchungsgefängnis
Bergstr. 22
CH - 8890 Flums

Solidarität lohnt sich!
Nebst Kuba und Venezuela hat sich Portugal 2001 erfolgreich gegen spanischen Druck gewehrt, in einem ähnlichen Fall einen Basken auszuliefern.

Benjamí Ramos - Zum Hintergrund der Festnahme von Gabriele Kanze

Ihr Lebensgefährte Benjamí Ramos, dem ebenfalls Unterstützung des Kommandos Barcelona vorgeworfen wurde, war bereits 1995 in Berlin verhaftet und 1996 an den spanischen Staat ausgeliefert worden. Die BRD hielt sich damals nicht an das internationale Abkommen bzgl. Aussagen, die unter Folter zustande kommen.
Trotz der dringenden Folter-gefahr und der Verhältnisse in spanischen Knästen, die für ihn eine lebensbedrohliche Situation aufgrund seiner Immunschwäche darstellten, wurde er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion im 1996 unter menschenunwürdigen Bedingungen in den spanischen Staat gebracht und dort im gleichen politisch-juristischen Zusammenhang wie jetzt Gabriele - Unterstützung des Kommandos Barcelona - zu über 11 Jahren Knast verurteilt.

Im Juni 2001 wurde Benjamí aufgrund seines sehr schlechten Gesundheitszustandes vorübergehend aus der Haft entlassen. Seine Anträge, Gabriele zu besuchen, wurden bisher von spanischen Gerichten abgelehnt bzw. nicht beantwortet.

» Protestbrief schreiben

 

 

» zurück