|
Stoppt
den Krieg gegen den Irak!
Bedingungslose Aufhebung aller Sanktionen!
Schluss mit den Bombardierungen!
Die
USA und Großbritannien forcieren derzeit ihre Planungen für
einen neuen Krieg gegen den Irak. Bereits Anfang September diesen
Jahres flogen alliierte Kampfjets die größten Luftangriffe
seit 1998 gegen Luftabwehranlagen südwestlich von Bagdad. Nachdem
der US-Geheimdienst CIA Anfang September eingestehen musste, dass
keine Verbindung zwischen Bagdad und dem Al-Qaida-Netzwerk besteht,
heißt es nun, dass vom Irak eine Bedrohung mit nuklearen Waffen
ausgehe. Doch der dafür zitierte Bericht des Internationalen
Instituts für Strategische Studien besagt, dass Bagdad heute
in allen militärischen Bereichen weitaus schwächer ist
als vor dem Golfkrieg 1991. Ein anderer Bericht der Internationalen
Atomenergiebehörde, auf den sich der US-Präsident beruft,
existiert nach Aussage der Atomenergiebehörde in Wien überhaupt
nicht.
Auch
die Frage der UN-Waffeninspektoren gilt als Argument für einen
Angriff auf den Irak. Doch der Irak hat die Unscom-Inspektoren im
Dezember 1998 nicht des Landes verwiesen. Vielmehr hat Unscom-Chef
Butler kurz vor Abschluss der Inspektion den Abzug der 92 Inspektoren
angeordnet. Einen Tag später begannen die USA und Großbritannien,
den Irak für vier Tage massiv zu bombardieren. Der Irak war
dennoch bereit, Inspektoren ins Land zu lassen. Doch die Führung
in Bagdad forderte einen klaren Zeitplan und Kriterien, wann Fortschritte
bei den Inspektionen auch die Lockerung oder die Aufhebung der Sanktionen
zur Folge haben. Außerdem verlangte Bagdad Garantien, dass
Waffeninspektoren ihren Aufenthalt nicht wieder zu Spionagezwecken
missbrauchen und dass der Irak nicht trotz Kooperation mit der Uno
militärisch angegriffen wird. Wie berechtigt die Forderungen
des Iraks sind, belegt US-Vizepräsident Cheney, der Ende August
für einen Militärschlag plädierte, egal ob der Irak
Inspektoren zulässt oder nicht.
US-Präsident
Bush stellte am 12. September dem UN-Sicherheitsrat ein Ultimatum,
um eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zu erzwingen und daraus
das Recht auf ein militärisches Vorgehen gegen den Irak abzuleiten.
In dieser Situation hat sich der Irak bereit erklärt, die Inspektoren
auch ohne Klärung der bisherigen Einwände ins Land zu
lassen. Doch die Kriegsgefahr bleibt. Die USA behalten sich vor,
auch ohne UN-Resolution und ohne Rücksicht auf Inspektionen
anzugreifen.
Zur
Rechtfertigung eines Angriffs gegen den Irak werden Tatsachen verdreht
und es wird gezielt gelogen. Diese Strategie lässt sich bereits
für den Irakkrieg 1991 belegen. Den offiziellen Angaben ist
grundsätzlich nicht zu trauen, vor allem wenn in Kürze
eine neue Schreckensmeldung über den Irak aus dem Hut gezaubert
wird.
Die Geschichte des Konfliktes:
Vor
zwölf Jahren, im August 1990, verhängte der UN-Sicherheitsrat
weit reichende Sanktionen gegen den Irak, nachdem dieser wenige
Tage zuvor Kuwait besetzt hatte. Nach der iranischen Revolution
von 1979 hatte der Westen den Irak aufgerüstet und in einen
Krieg mit dem Iran verwickelt, in dessen Verlauf auch die kurdische
Bevölkerung im Nordirak durch das irakische Militär massakriert
wurde. Allein der Westen profitierte von diesem ersten Golfkrieg
1980 bis 1988. Gut zwei Jahre nach dem Ende des Krieges wurde die
Besetzung Kuwaits für die USA zum willkommenen Anlass, militärisch
in die arabische Region zu intervenieren.
Unter
Führung der USA wurden 1991 in einer Luft- und Bodenoffensive
150 000 Irakis getötet. Iraks zivile Infrastruktur wurde in
diesem zweiten Golfkrieg größtenteils zerstört.
Bis heute werden in so genannten Kontrollflügen im Nord- und
Südirak regelmäßig militärische, aber auch
zivile Einrichtungen bombardiert. Nach irakischen Angaben sind dabei
bislang mehr als 1400 Menschen ums Leben gekommen. Die seit über
zwölf Jahren geltenden Sanktionen bringen Hungersnot, Krankheit
und Tod für die gesamte irakische Bevölkerung. In direkter
Folge dieser Sanktionen sind nach UN-Angaben bis heute mehr als
eine Millionen Menschen gestorben.
Der
Krieg, die Bombardierungen und die Sanktionen sind ein Verbrechen
am irakischen Volk und stellen systematische Menschenrechtsverletzungen
dar. Die Sanktionen müssen bedingungslos aufgehoben und die
Bombardierungen gestoppt werden. Ein neuer Krieg muss verhindert
werden!
Die Interessenslage der westlichen Länder:
Die
USA sind seit langem mit einer Verschärfung der Widersprüche
ihrer imperialen Weltherrschaft konfrontiert. Insbesondere nach
dem 11. September 2001 reagieren sie darauf mit der Erklärung
des permanenten Krieges gegen alle Kräfte, die nicht bereit
sind, sich unterzuordnen. Für diese Kräfte erfanden sie
den Begriff der Achse des Bösen, dessen Netz sich gemäß
US-Verteidigungsminister Rumsfeld über 60 Staaten erstrecke.
Um den wachsenden Widerstand niederzuhalten und die globale Dominanz
aufrecht zu erhalten, können sich die USA nur auf offene militärische
Gewalt stützen. Nicht gegen den Irak zuzuschlagen, bedeutet
in dieser Logik einen Glaubwürdigkeitsverlust, den die vermeintlichen
Weltenlenker in Washington nicht hinzunehmen bereit sind.
Der
Irak gilt neben Saudi-Arabien als das Land mit den größten
Erdölvorräten. Die von den USA geplante Installation einer
US-freundlichen Führung in Bagdad würde die dominierende
Stellung Saudi-Arabiens auf dem Ölmarkt und die Macht der OPEC
schwächen und die Abhängigkeit der USA entschieden verringern.
Darüber hinaus könnten die USA mit einem Krieg gegen den
Irak ihre militärische Präsenz im arabischen Raum erheblich
ausweiten. Mit ihren bereits im Afghanistan-Krieg stationierten
US-Soldaten in Afghanistan, Pakistan, Kirgisien, Usbekistan und
Georgien wäre das eine hervorragende Ausgangsbasis für
die Verteilungskämpfe im arabischen und zentralasiatischen
Raum. Nicht zuletzt verbindet sich mit einem erfolgreichen Krieg
gegen den Irak die Hoffnung, mit den dann absehbaren Profiten aus
dem Erdölgeschäft den desolaten wirtschaftlichen Zustand
der USA zumindest teilweise zu sanieren.
Deutschland,
Frankreich, Russland und China setzen derzeit auf Diplomatie und
auf die Uno anstatt auf einen Krieg zum Sturz der irakischen Führung.
Der deutsche Außenminister sprach sich Ende August gegen eine
Militärintervention selbst mit UN-Mandat aus und fordert die
konsequente Fortsetzung der Sanktionen. Gleichzeitig setzt Deutschland
darauf, alte Handelsbeziehungen zum Irak wieder aufzunehmen, während
Frankreich, Russland und China bereits Erdöl-Lieferverträge
mit dem Irak für die Phase nach den Sanktionen abgeschlossen
haben.
Doch
diese Widersprüche zwischen USA und Großbritannien einerseits
und Deutschland und Frankreich andererseits dürfen nicht überbewertet
werden. Sobald ein Krieg unausweichlich scheint und ein Erfolg der
USA wahrscheinlich ist, werden die westeuropäischen Staaten
sich in die Kriegsfront einreihen. Wie schon 1991 ist im Falle eines
Krieges gegen den Irak vorhersehbar, dass Deutschland zumindest
mit finanzieller und logistischer Unterstützung versuchen wird,
seinen Einfluss geltend zu machen. Keinem geht es um einen gerechten
Frieden weder im Irak noch in Afghanistan. Allen geht es
um die Kontrolle über die erdölreichste Region auf der
Erde und um die damit verbundenen Profite beim Aufbau der Infrastruktur
und in der Erdölindustrie.
Ein
Krieg gegen den Irak und die vom UN-Sicherheitsrat zu verantwortenden
Sanktionen treffen die breite Masse der irakischen Bevölkerung.
Der Irak hat ein auch im Völkerrecht verankertes Recht auf
Selbstverteidigung sowohl gegen die regelmäßigen Bombardierungen
als auch gegen den drohenden Angriffskrieg. Demokratische Alternativen
im Irak werden erst dann eine Chance haben, wenn die Sanktionen
aufgehoben und der Krieg und die sonstigen Formen der imperialistischen
Intervention gegen das Land beendet sind.
Den
Menschen in der arabischen Welt ist klar, dass die Politik des Westens
darauf abzielt, ihr Recht auf Selbstbestimmung noch weiter einzuschränken
und sie um den Reichtum ihrer Region zu berauben, der eigentlich
ihnen zusteht. Ihr Protest und Widerstand gegen die imperialistische
Einmischung ist gerechtfertigt. Deshalb muss die Friedensbewegung
auch eine Bewegung der internationalen Solidarität mit diesem
Widerstand sein.
Wir fordern von der deutschen Bundesregierung,
..::
die Sanktionen gegen den Irak nicht länger zu beachten,
..::
sich in keiner Weise an einem Krieg gegen den Irak zu beteiligen,
..::
die deutschen Panzerverbände aus Kuwait, die Awacs-Aufklärungsflugzeuge
aus der Türkei und die Marineverbände aus der Golfregion
und vom Horn von Afrika zurückzuziehen,
..::
den USA die Nutzung der US-Stützpunkte in Ramstein, Spangdahlem
und des Frankfurter Flughafens zu untersagen, die Überflugrechte
zu verweigern und auch jede andere militärische, finanzielle
und logistische Unterstützung für den Irak-Krieg abzulehnen,
..::
sich an der Beseitigung der Umweltschäden, beispielsweise durch
die Uranmunition aus dem Golfkrieg 1991, zu beteiligen.
UnterstützerInnen:
Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen, Antifaschistisches
Aktionsbündnis 9.6. Kaiserslautern, Antifaschistisches Komitee
Duisburg, Antiimperialistische Koordination Wien, ATIF, ATIF-NDJ,
ATIK, Attac TU Berlin, Autonome Kommunisten Berlin, Berliner Anti-Nato-Gruppe,
Bonner Arbeitskreis für internationale Solidarität, DHKC
International, FreundInnen Irlands Berlin, Friedensforum Duisburg,
Grüne Jugend Wesel
Iranischer Kulturverein Nabard, JungdemokratInnen/Junge Linke NRW,
Junge Linke Wesel, Kommunistische Plattform der PDS-HH, Kommunistische
Plattform in der PDS-NRW, Pahl-Rugenstein Verlag Bonn, Palästina
Solidaritätsbündnis Hamburg, PDS-Kreisverband Wesel, PDS/Offene
Linke Moers, PFLP, red action nuernberg, RKL Thüringen, Rote
Aktion Berlin, Rote Aktion Duisburg, SKJ Srbija, Sozialistische
ArbeiterInnen Initiative, TU Berlin Anti-Kriegs-Komitee, Verein
zur Förderung der Städtepartnerschaft Jericho-Aachen,
Föderation kurdischer Vereine in Deutschland (YEK-KOM) | (Stand:
6. Dezember 2002)
Neue
Unterstützerinnen und Unterstützer kontaktieren bitte:
antiimperialista@gmx.net
|
|
| ..::
Aktuelles |
|
Plakatkampagne
gestartet
..::
aktualisiertes Plakat
..:: immer mehr Läden und Kneipen nutzen das Plakat zum
Protest
Unter
dem Motto Stoppt den Krieg, solange es noch möglich
ist haben wir ein Plakat entworfen, mit dem wir
in allen Bereichen um Unterstützung werben möchten.
Es soll möglichst in Fenstern, auf Wänden, in Schulen
etc., also in der Öffentlichkeit das Nein zum Krieg sichtbar
machen.
Wir
bitte Euch alle, das Plakat auszudrucken und zu verteilen.
Wenn Ihr in einer anderen Stadt wohnt, könnt Ihr dieses
Plakat auch benutzen und entsprechend ändern.
Das
Plakat ist jetzt in einer aktuellen Fassung erhältlich.
»
Plakat [pdf | deutsch]
»
Plakat [pdf | türkisch]
»
Plakat unterstützen
Das
alte Plakat ist weiterhin bei uns erhältlich. Es sind
zwar alte Termine drauf, jedoch möchten wir Euch damit
die Möglichkeit geben, die Vorlage zu benutzen und in
Eurer Stadt die gleiche Kampagne zu starten. Wir können
dazu nur sagen: Wir hatten nie eine so große positive
Resonanz auf ein Plakat.
»
altes Plakat
[pdf | deutsch]
|
 |
|
Aufruf
an alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr
Widersetzen
Sie sich dem drohenden Krieg gegen den Irak!
Verweigern Sie jede Beteiligung an einem Krieg gegen den Irak!
»
lesen
|
 |
| ..::
Veranstaltung gewünscht? |
|
Reisebericht
über eine Irak-Delegation im Dezember 2002
Wir
bieten Euch die Möglichkeit an, mit uns eine Veranstaltung
zu machen.
Zum
Jahreswechsel nahmen 35 Kriegs-gegnerInnen aus 9 Nationen
an der Antiimperialistischen Solidaritätsdelegation gegen
die Kriegs-vorbereitungen und das Embargo gegen den Irak teil,
um sich vor Ort über die Lage der irakischen Bevöl-kerung
zu informieren und ihre Solidarität auszudrücken.
Knapp eine Woche bereiste die Delega-tion verschiedene Regionen
des Landes und sprach mit Ver-treterInnen der irakischen Gesell-schaft.
Beendet wurde der Aufenthalt im Irak mit einer Demonstration
vor dem UN-Gebäude in Bagdad.
Ein Mitglied des Antifaschistischen Komitees Duisburg nahm
an der Dele-gation teil und wird mit Dias über die Stationen
der Reise berichten.
Hier
zwei Interviews mit dem Vertreter:
»
Interview aus der UZ
»
Interview Roter Oktober
Interesse?
»
einfach schreiben
|
| ..::
Aktionen |
|
Ostermarsch
19.04.2003
»
Infos folgen
|
 |
|
Wir
veröffentlich Eure Termine gegen den Krieg...
»
einfach schreiben
|
|